Tabus Report: Innerlicher Konflikt trifft auf Pubertät

Gassirunde mit Abnutzung Stop.jpgDieser Fall ereignet sich eigentlich so ziemlich jede Woche mindestens einmal. Ich persönlich freue mich auf eine entspannte Gassirunde mit Tabu mit einer Länge von so 1 – 1,5 Stunden, ein wenig Training und viel Spaß. Ich habe aber auch noch zwei Kinder – die ich über alles liebe, doch manchmal… . Wer selbst Kinder hat, kann das vielleicht ein wenig nachvollziehen 🙂 Ich denke mir also gut, nimmst die Kinder eben mit auf die Runde. (innerliches Augenrollen vorprogrammiert)

Tabu ist ja in der Regel aktuell an der 10 Meter Schleppi, da Hase, Fuchs und Reh vor ihm nicht sicher sind. Dazu haben wir bei der Gassirunde dann folgende Komparsen, die ich Euch kurz einmal vorstelle:

9-jähriger Sohn, der aktuell auf Rausgehen im Weitesten Sinne wenig Lust verspürt. Die erste Frage ist immer erstmal: „Was sooooo weit? Puh ne, sorry Mama“. Du kommst aber mit, denn du brauchste frische Luft und Bewegung genauso wie alle anderen auch. Mit Murren und Meckern ist er dann irgendwann angezogen und fristet sein Draußen-Dasein mit Zornesfalten auf der Stirn und Maltretieren der Schuhe am Kieselweg. Aber gut erst ist 9 Jahre alt, irgendwie hab ich das davor auch durchgestanden, also los.

3 1/2 jährige Tochter, wer schonmal ein Kind in diesem Alter hatte oder hat – Glückwunsch 🙂 Das innere Chaos ist aktuell enorm und Krümelchen muss sich ihren Weg ins Leben der Großen erst zurecht basteln und erkämpfen. Natürlich muß man hierfür ganz viele Tests an den Start bringen und sehen wie weit man an deren Grenzen gehen kann. Schnell anziehen ist da auch so eine Sache, denn andere Dinge die so dazwischen kommen sind zwischenzeitlich ja mal viel spannender und die Anziehsachen vergessen.

Neben Überredungskunst und Impulsgebung trippelt Tabu schon von einem Bein auf das andere und wartet auf den Startschuß. Frauchens nervliche Drahtseile ächzend jetzt bereits in voller Lautstärke und man kann nur warten wann es „pling“ macht und man eines der Seile flicken muß. Nach gefühlten 5 Stunden (ansich waren es 30 Minuten) geht es dann endlich los.

Die Kleine auf ihrem „Schnittlauch“ (Laufrad, keiner weiß warum es so heisst) gibt Hackengas und ich hoffe nur inständig, das sie beim nächsten Briefkasten vor der Biegung anhält. Bisher hat es noch ganz gut funktioniert. Tabu ist auf Schnüffelkurs 10 Meter hinter mir und dazwischen läuft murrend irgendwo mein Großer. Am Briefkasten angekommen gibt es ein: „Fein Svea“ (fürs Warten), „Fein Tabu“ (fürs Sitz) und ein Augenrollen, denn der Große schlurft muckelig an uns vorbei.

Irgendwann kurz vor dem wäldlichen Bahnübergang hör ich den Großen fragen „Wie weit gehen wir denn noch?“ Oh man….denke ich, wir sind gerade mal 7 Minuten unterwegs. Nebst Tabu Training, das sich auf Sitz, Platz (beides auf Ferne), ranrufen und Fuß beschränkt, achte ich noch darauf das die Herzenstochter auch fein im Abstand zu den Gleisen wartet. Doch auch das geht reibungslos.

Da wirklich nur eine kurze Runde vorgesehen war, gehen wir gen zurück und laufen den anderen Weg noch ein Stück hoch (Gesamtzeit Weg mit Kindern ca 30 Minuten). Der Große fängt an zu maulen und meldet er habe keinen Bock mehr. Gut dann geh doch nach Hause….ist ja zum Glück nicht weit und ich kann ihn sehen bis dorthin. In Höhe meines Hüfte klingt ein Stimmchen zu mir hoch „Mama, wohin geht Brudi?“ Arrrgh.

Der geht nur schnell was holen, äh….sein Spielauto glaub ich…..öh oder was zu Trinken. Ich suche nach ein paar Ausflüchten, denn wenn ich sage er geht nach Hause, ist Töchti gleich mit auf dem Weg dahin. Den „Köder geschluckt“, laufen wir also noch das restliche Stück weiter. Für Tabu wird es an diesem vormittag eher eine Schnüffelrunde, so daß ich die Auslastung un das Training innerlich schon auf nachmittags verschiebe.

Auf dem Rückweg werden meine Nervenseile noch mal vom Feinsten getestetn, denn Töchti hat kein Bock mehr auf Laufrad und möchte Laufen. Nun gut, warum nicht….habe ja neben Leine noch eine Hand frei. Nach einem kurzen Stück fängt sie dann an zu quaken, das ihre Beine weh tun und sie an die Hand möchte. Halloooo, der der die Menschen geformt hat….und nun? Ich habe nur zwei abbekommen, danke auch!

Aber wir Frauen wurden dafür ja mit Flexibilität und Willenskraft bestückt, so daß ich kurzerhand Laufrad und Leine in einer Hand halte und Töchti an der anderen Hand Richtung nach Hause führe.

Innerlich schon total aufgewühlt hoffe ich inständig, das nun nicht noch Tabus Feind um die Ecke kommt, denn dann kracht das drahtige Nervenkostum mit vollem Getöse zusammen.

Liebe Grüße

Melanie

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.